im dialog
Aktuelle Kunstmusik für Ensembles in Bremen und Oldenburg
Im 1. Halbjahr 2010 bietet die Reihe „im dialog“ wieder drei Konzerte: Quatuor Bozzini (Streichquartett aus Montreal, Kanada) und zwei Programme unseres Ensembles. Quatuor Bozzini mit Peter Veale (Oboe) spielten Werke von Daniel Rothman, James Tenney, Malcolm Goldstein und mehreren jungen, in Europa noch unbekannten Komponisten. Das Konzert mit dem Quator Bozzini veranstalten wir in Kooperation mit dem Festival „Nova - Sendesaal Bremen“ des Vereins Sendesaal Bremen. Die Uraufführung von D. Rothmans Werk für Streichquartett und Oboe ist deswegen auch nur auf dem Festival in Bremen zu hören.
Auch die beiden Programme des oh ton-ensemble weisen Uraufführungen , teils von Kompositionsaufträgen, und viele junge Stücke auf. Während unser Oktett-Programm (März) sehr verschiedene Elemente - bis zum gesprochenem Wort - aufweist, steht im Juni das Akkordeon im Zentrum. In diesem Programm spielen wir eine neue Arbeit von Jamilia Jazylbekova (Kompositionsauftrag der Stadt Oldenburg), die wir im Rahmen der Verleihung des „Carl von Ossietzky Preises“ (4.5.) uraufführen. Violine, Trompete, Akkordeon, Schlagzeug und Kontrabass bilden ein attraktives Quintett für Ensemblewerke, ein Duo und auch ein Solo für Viertelton-Trompete werden zu hören sein. Das Konzert in Bremen wird von Radio Bremen aufgezeichnet.
Das Projekt „im dialog“ wird zusätzlich zur Förderung des „Netzwerk Neue Musik e.V.“ der „Kulturstiftung des Bundes“ von der Metropolregion Bremen-Oldenburg unterstützt. Durch Förderung privater Sponsoren wird es möglich sein, jedes Jahr mehrere Kompositionsaufträge zu erteilen, die vom oh ton-ensemble uraufgeführt werden. Für die erste Saison hat die „Kulturstiftung der OLB“ die Förderung der Kompositionsaufträge übernommen. Für diese Förderungen danken wir sehr herzlich.
Künstlerische Leitung: Eckart Beinke
Herztöne, Subtexte und andere Bilder
Das Geräusch hat sich seit längerem in der Musik emanzipiert, der Begriff „Noise Art“ steht für eine Strömung. Ton und Geräusch lassen sich kaum trennen. Anders wird es aber, wenn der notwendige Geräuschanteil herausgearbeitet wird, spannender ist als der tonhafte Anteil, dann entsteht eine andere Musik. Diese Reaktion hängt auch unweigerlich mit den uns ständig und überall umgebenden Geräuschen zusammen, die Cage bereits vor Jahrzehnten fokussiert auf einer Verkehrskreuzung zum Kunstwerk rahmte. Jetzt hören wir Herztöne, die Herztöne einiger derer, die uns Musik darbieten. Einen eigenen Rhythmus haben die Töne quasi von sich aus, jetzt bekommen sie einen für alle hörbaren Klang. Klang ist das verbindende Element in diesem Programm, stärker in die Mitte gerückt als sonst, wissend, dass Musik ohne Klang kaum möglich ist. So weisen die in diesem Programm zu hörenden Werke überwiegend Mischformen von Geräusch und Ton auf, beschäftigen sich mit dem Übergang von einem zum anderen, beziehen so genannte Realgeräusche mit ein und entwickeln durch den unterschiedlichen Umgang mit dem Bereich „Ton-Geräusch“ grosse Unterschiede. Durch die Behandlung von Zeit und Energie vermittelt sich die unterschiedliche Urheberschaft und bewirkt in den Werken ein sehr unverwechselbares Eigenleben. |