oh ton-ensemble
15.07.2006 - 17.00h
Große Reformierte Kirche, Leer
15.07.2006 - 21.00h
Stadtkirche, Jever
"Negrom"
Kinderchorprojekt des oh ton-ensemble mit dem gleichnamigen "Singspiel" von Francois Rossé
für 5 Kinderchöre, Männerchor, Sopran, Tonband und 7 Instrumente
in Kooperation mit Chören aus Leer, Jever und Oldenburg, dem
Ubbo-Emmius-Gymnasium Leer und der Kirchengemeinde Jever
über Negrom
Der Aufbau macht dem Besucher bereits deutlich: Hier ist etwas anders. Chöre und Instrumentalisten stehen in einem Kreis um das Publikum herum. Die Klänge wandern im Raum in einer Art von lebendigem „surround“ um das Publikum.
Vor dem eigentlichen Hauptstück stellt sich jeder Chor mit einem Stück aus seinem Repertoire vor. Dieser „Vor-Negrom“ wurde vom oh ton-ensemble entwickelt. Das Ensemble improvisiert zwischen der Chorbeiträgen und nimmt damit aus „Negrom“ die Idee der fließenden Zeit von F. Rossé auf.
Zum Inhalt des Werkes gehören die Themen Zeit, Elemente und Planeten, gleich-zeitig ist die Art des gemeinsamen Musizierens ein weiteres Thema des Werkes. Improvisierte Teil wechseln sich mit genau ausnotierten Passagen ab.
F. Rossé legt besonderen Wert auf die Verantwortung des Menschen für unseren Planeten. Deshalb deutet der rückwärts zu lesende Titel „Negrom“ eine neue Zeit an, einen Morgen, den Rossé in seinem Stück heraufbeschwört. Eine Suche nach dem Anfang, nach einem Ursprung, dem Kern dieses neuen Tages, der simultanen Mehrzeitigkeit?
In „Negrom“ erfahren sich die Chöre in der Gemeinschaft aller Aufführenden und erleben gleichzeitig „neue“ Klänge, die sie selbst herstellen oder die von vertrauten Instrumenten wie Blockflöte, Klavier oder Akkordeon produziert werden.
„Negrom“ ist ein Spektakel der ungewohnten Art: Dumpfe, fesselnde Rhythmen und gesprochene oder gesungenen Chorelemente kombinieren sich mit dem Spiel bekannter und weniger bekannter Instrumente. Ein eingespieltes Tonband wirft Klänge von Straßenlärm oder sprudelndes Wasser in die Szenerie. Eine Frauen-stimme interpretiert Texte in Alemannisch (von F. Rossé), aus der Apokalypse des Johannes und der Sintflut. Die Chöre dürfen ebenfalls improvisieren und erzeugen Klänge mit Steinen, Wasser und Metall durch klopfen, reiben, schütteln, rasseln. Selbst die Füße der Chorsänger tragen zur Geräuschkulisse bei. Der Ernst der Thematik tut also dem Spaß beim Musizieren keinen Abbruch. |